Die erste Szene zeigt eine wunderschöne Landschaft, in der schreckliche Dinge passieren. Ein Auto einer johlenden Gang mit zwei Männern, die hinten angekettet sind und durch den Sand taumeln, macht sehr deutlich, dass diese Gegend von Mexiko ein hartes Pflaster ist. Ihre Leichen werden wenige Tage später von Grundschulkindern auf dem Nachhauseweg zwischen Müll und grauen Häuserfassaden entdeckt.
Hierher ist der Lehrer Sergio Juarez Correa gekommen, um einen Neuanfang zu wagen. Er wird fortan an der hiesigen Grundschule, die einen furchtbaren Ruf hat und im landesweiten Ranking ganz unten abschneidet, unterrichten. Viele Kinder brechen die Schule frühzeitig ab, weil sie in Bandenkriminalität verwickelt werden, sich um den Haushalt oder ihre Geschwister kümmern müssen oder schlicht kein Geld da ist, sodass sie viel zu früh erwachsen werden.
Sergio will das nun ändern, und er macht ganz anderen Unterricht als die anderen Lehrer*innen an der Schule. Bald hat er nicht nur das Vertrauen des ernsten und etwas mürrischen Schulleiters gewonnen, der seinen Methoden anfangs äußerst skeptisch gegenüberstand, sondern auch das seiner Schüler*innen. Doch gegen die Korruption und all die allmählich zur Oberfläche steigenden Probleme kommt er allein nicht an…
Der Film mutet vom Aufbau her wie ein Wohlfühlfilm an, doch genau das umschifft er sehr geschickt. Zwar gibt es durchaus wohltuende Momente und Szenen, doch es ist vielmehr ein berührender Film, der auch die Realität in all ihrer Härte zeigt. Es tun sich keine wunderhaften Lösungen auf und die Handlung zeigt sehr deutlich, dass das Leben manchmal ungerecht ist. Dennoch ist es ein sehr hoffnungsvoller Film, der in all dem Anstrengenden und Schwierigen immer wieder auch das Schöne und emotionale zwischenmenschliche Augenblicke findet.
Dabei beruht der Film auf einer wahren Begebenheit, die hier erzählt wird. Es ist die Geschichte von einer brillanten Schülerin und einem Lehrer, der ihr Talent entdeckt und fördert. An sich ist die Handlung des Films nicht komplett neu: Eine Mentorfigur begibt sich in ein neues, schwieriges Umfeld und zusammen mit seinen*ihren Schützlingen erscheint die Welt plötzlich in einem ganz anderem Licht, das alles möglich werden lässt. Doch der Film schafft es trotzdem, die Geschichte so zu erzählen, dass sie sich eben nicht wie in Abklatsch bereits vorhandener Filme in diese Richtung anfühlt.
Die Figuren sind gewissermaßen schematisch angelegt, etwa ist da das Mädchen, das sich immer um seine Geschwister kümmern muss, oder der Junge, der durch seine älteren Brüder schon früh in eine kriminelle Richtung abgedriftet ist. Er hält eine geladene Waffe in der Hand, als er vom Anführer der Gang gefragt wird, ob er in der Schule oder nicht lieber vom Leben, dass der viel bessere Lehrer sei, lernen möchte. Manchmal muten die Szenen dabei etwas klischeeartig an, doch im Gesamtwerk des Films fügen sie sich gut ein und wirken trotzdem authentisch.
Die Filmmusik untermalt das Ganze dabei sehr passend. Und immer wieder schwenkt die Kamera zum Meer, das salzig und viel zu blau gegen den endlosen Sand des Strandes anbrandet. Irgendwo dahinter, im Weltraum, verbergen sich all die Planeten, über welche die Schüler*innen im Unterricht diskutieren. Und im Kleinen verändert sich was: Eine Schülerin leiht sich in der Bibliothek Werke über Philosophie aus. Ein Schüler macht sich daran, ein Boot zu restaurieren. Und auch in Bergen von Müll gibt es Teleskope, mit denen man die Sterne beobachten kann.