Der Film ist, anders als es die Thematik der Erzählung über ein Technikunternehmen vermuten lässt, unheimlich witzig. Im Jahr 1996 haben zwei Freunde, Mike Lazaridis und Doug Fregin, die Idee, ein Telefon mit den Vorzügen eines Computers zu verbinden. Beide sind ziemlich nerdig, in ihrer kleinen Firma gibt es regelmäßige Filmabende und jeder Neuankömmling muss sich einen eigenen Schreibtisch basteln. Nur leider fällt es ihnen sehr schwer, ihre Vision an Investor*innen zu verkaufen.
Nach einer weiteren missglückten Präsentation, in der sie auf Star Wars als Erläuterung ihrer technischen Vision verweisen, wird der Geschäftsmann Jim Balsillie auf ihr Projekt aufmerksam. Dieser wurde gerade gekündigt, weil er entgegen den Anweisungen seines Chefs den Vortrag und die Ausarbeitungen eines anderen Mitarbeitenden in einer Kundenbesprechung hinterrücks an sich gerissen und vorgestellt hat. Oder, um es mit den Worten von Doug auszudrücken, der Typ ist ein Hai. Doch genau das ist es, was die beiden für ihr Projekt brauchen, jemand der sich damit auskennt, wie man ein Produkt verkauft und sich nicht von anderen Anzugträger*innen einschüchtern lässt.
So beginnt eine sehr gewinnbringende Zusammenarbeit. Doch mit dem Erfolg kommen auch eine gewisse Erwartungshaltung, der Druck, das Gerät immer weiter zu verbessern, der Wettbewerb mit den anderen Mobiltelefonherstellenden und auch, vor allem durch den Geschäftsmann Jim Balsillie befeuert, ein anderes Betriebsklima und eine veränderte Unternehmenskultur. Die Filmabende werden gestrichen, dafür wird ein für die Beschäftigten angsteinflößender Manager eingestellt, der gerne einmal Menschen anbrüllt und für Ordnung sorgen soll. 80 Stunden die Woche zu arbeiten und dabei noch angeschrien zu werden, weil die Gesamtsituation frustrierend ist, sorgt nicht unüberraschend für miese Stimmung unter den Angestellten.
Der Humor im Film funktioniert vor allem über die Situationskomik, ebenso aber auch über das Aufeinandertreffen von gewissen Stereotypen. Bei der Ausarbeitung der „Nerds“ wird durchaus mit Klischees gearbeitet, genauso auch bei der Darstellung der Anzugträger*innen. Die Charaktere im Film sind sich nicht um eine gute Antwort verlegen, so entstehen kurzweilige und durchaus witzige Gespräche.
So bleiben die Figuren jedoch ein wenig oberflächlich. Gerade die Beziehungen zwischen ihnen, etwa die gute Freundschaft von Mike und Doug, werden einfach so hingenommen, es wird aber nie genauer erzählt, wie diese Freundschaft entstanden ist, was sie ausmacht, oder wie die Konflikte darin ausgetragen werden. Genauso verhält es sich auch mit der geschäftlichen Beziehung zwischen Mike und Jim. Wir sehen, dass es zu Dissonanzen kommt, die auch in den Persönlichkeiten der beiden begründet sind, doch mehr erfahren wir darüber nicht. Gerade bei der Figur von Mike wäre es jedoch spannend gewesen, genauer zu erfahren, warum er von der Herstellung des perfekten Mobiltelefons so extrem besessen ist. In allen Szenen ist die gewissermaßen unsichtbare und doch allgegenwärtige vierte Hauptfigur übermäßig präsent: das BlackBerry. Alles, was nicht unmittelbar damit zu tun hat, wird nicht gezeigt.
Die Verfilmung ist dabei sehr gut darin, die sich über mehrere Jahre erstreckende Handlung so zusammenzufassen, dass man immer gut mitkommt und nicht den Faden verliert. Gerade zum Ende hin, wenn die Geschichte immer komplexer wird, weil immer mehr Akteur*innen beteiligt sind, behält man trotzdem immer einen guten Überblick. Dabei wird die Geschichte auch auf eine sehr kurzweilige Art und Weise erzählt, die keinerlei Längen oder Langeweile aufkommen lässt.
Der Film bedient sich mehrerer Narrativen: Zum Einen hat es Elemente einer typischen Underdog-Erfolgsgeschichte. Gleichzeitig ist es auch eine Art Dokumentation, da der Film auf wahren Begebenheiten beruht. Ein wenig birgt es Züge einer Tragödie, man fragt sich hinterher, wann genau der Punkt gekommen ist, an dem alles in eine ungute Richtung gekippt ist. Am Ende steht eben nicht der Erfolg, sondern ultimativ das Scheitern. Dennoch verlässt man das Kino mit einem wohltuenden Gefühl, es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle, der man da eben zugesehen hat, die aber auf eine sehr originelle und humorvolle Art und Weise erzählt wurde.