Der Film fühlt sich ein bisschen wie eine Zeitreise in den Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA an. Alltagsszenen werden sehr detailliert ausgestaltet, es herrscht geschäftiges Gewimmel in einer Kleinstadt in Oklahoma und dahinter sieht man immer wieder die weiten Felder mit ihren Rinderherden. Auf den ersten Blick wirkt alles idyllisch, doch sehr schnell wird klar, dass dieser Schein trügt. Der Film folgt dem aus dem ersten Weltkrieg zurückgekehrten Ernest Burkhart, der nun bei seinem Onkel, dem reichen Farmer William King Hale, unterkommt. Schnell bringt dieser seinen Neffen auf den aktuellen Stand der gesellschaftlichen Situation: Die indigene Bevölkerung der Osage ist mit dem auf ihrem Land gefundenen Erdöl reich geworden und sie verfügen über sehr großzügige Anteile, die innerhalb der Familien weitervererbt werden. Hieraus entspinnt sich ein unheilvoller Plan, der gutaussehende Ernest soll sich in eine indigene Familie einheiraten, um so den Kapitalfluss in die richtige Richtung zu gewährleisten.
Im Zentrum des Films stehen die auf wahren Begebenheiten beruhenden Osage Morde. Dafür werden die verstorbenen Menschen gezeigt, mit einer Ansage ihres jeweiligen Alters und der angeblichen Todesursache sowie dem Hinweis, dass keinerlei Ermittlungen hierzu aufgenommen wurden. Währenddessen geht der Alltag weiter, Ernest verdient sein Geld als Taxi-Fahrer und lernt die geheimnisvolle Mollie kennen. Es entspinnt sich hieraus eine Liebesgeschichte, während Ernest durch seinen Onkel immer mehr in die düsteren Vorkommnisse und Umstände der Morde mit hineingezogen wird. Mollie hat mehrere Schwestern, die aus dem Weg geräumt werden müssen, damit ihre Anteile allein an Ernest übergehen können.
Der Film lässt den Szenen genug Zeit, sich ganz in Ruhe zu entfalten. Die Kamera beobachtet die Protagonisten respektvoll und umkreist sie beständig, ohne dabei hektisch zu werden. Die Handlung selbst zieht sich über mehrere Jahre hin und die Grundstimmung wird dabei im Verlauf des Films immer beklemmender. Vor allem der Charakter des nach außen hin gewissenhaften und regeltreuen William Hale bleibt dabei in Erinnerung. Er ist ein geschätzter Mann in der beschaulichen Gesellschaft der Kleinstadt. Doch im Verborgenen verfolgt er ganz eigene Pläne und führt ein durchtriebenes Doppelspiel. Als ihn sein Versicherungsverkäufer verärgert, schließt er kurzerhand eine Brandschutzversicherung ab, nur um kurz darauf das eigene Anwesen in hoch lodernden Flammen verbrennen zu sehen.
Ernest hingegen bleibt den gesamten Film über sehr passiv und das ist für die Ergründung seiner Beweggründe sehr schade. Er folgt den Anweisungen seines Onkels, ohne diese groß selbst zu hinterfragen. Meist ist er mit dem immer selben Gesichtsausdruck, einem mürrisch nach unten verzogenem Mund zu sehen, während die Dinge sich um ihn herum ereignen und er wie eine Marionette Teil des Ganzen wird. Sein Innenleben hätte durchaus mehr ausgeleuchtet werden können, so hingegen ist er so ein Charakter, den man nach dem Schauen des Films schnell wieder vergisst.
Ganz anders verhält es sich mit Mollie, wo sich die große Frage stellt, was sie eigentlich in ihm gesehen hat. Doch auch diese Frage beantwortet der Film, Ernest wird nämlich vorrangig über sein gutes Aussehen definiert. Den Dialogen zwischen den beiden fehlt die gewisse Chemie, es fällt ein wenig schwer, die Liebesbeziehung nachzuvollziehen, welche sich im Verlauf des Films jedoch als beständig und zunächst auch aufrichtig erweist. Dennoch ist gleich zu Beginn klar, dass Ernest zwar aus Liebe, aber auch für das Geld beziehungsweise für seinen Onkel heiratet, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis das innerhalb der Beziehung zu Loyalitätskonflikten führt.
Mollie ist eine starke Frau, die stoisch inmitten dem ganzen Chaos stehen bleibt. Ihre Gedanken sind oft unergründlich, und sie bleibt bis zum Ende ein wenig geheimnisvoll. Es wäre schön gewesen, wenn ihr Charakter innerhalb des Films stärker hervorgetreten und ihre Sichtweise sowie die ihrer Familie deutlicher gezeigt worden wäre. Stattdessen zentriert sich der Film mehr auf Ernest und die zwielichtigen Pläne seines Onkels. Ganz am Ende hat sie ihren Moment, doch zwischenzeitlich kommt sie gar nicht mehr zu Wort, da sie vergiftet und völlig entkräftet ans Bett gefesselt ist.
Durch die Länge des Films gibt er allen Handlungsfäden mehr als genug Zeit, sich umfassend zu entwickeln. Manchmal führt dies dazu, dass Unterhaltungen sich sehr in die Länge ziehen. Außerdem verrät eine Konversation gleich am Anfang rückblickend den Verlauf des Films. Während des Films fragt man sich ständig, ob jemand wirklich so hinterrücks handeln kann und man wird immer wieder aufs Neue enttäuscht. Durch die langsame Erzählung gelingt es sehr gut, ganz in das Geschehen abzutauchen und darin zu versinken. Es wäre aber für das nächste Mal spannend, noch mehr über die indigene Perspektive zu erfahren.